Diese Woche gab es in NRW Zeugnisse. Wie jedes Jahr haben tausende Kinder Angst vor enttäuschten Eltern, sind traurig, glücklich oder erleichtert, jenachdem wie die Noten ausgefallen sind. Zum Glück machen immer weniger Eltern den Wert ihres Kindes von den Noten abhängig. Einen Grund zu Feiern gibt es am Schuljahresende immer – und wenn es die Pause von der Schule ist. Und für die Mütter?Diese Woche gab es in NRW Zeugnisse. Wie jedes Jahr haben tausende Kinder Angst vor enttäuschten Eltern, sind traurig, glücklich oder erleichtert, jenachdem wie die Noten ausgefallen sind. Zum Glück machen immer weniger Eltern den Wert ihres Kindes von den Noten abhängig. Einen Grund zu Feiern gibt es am Schuljahresende immer – und wenn es die Pause von der Schule ist. Und für die Mütter?
In diesem Beitrag geht es nicht um die Kinder. Für uns persönlich und auch schon für meine Eltern war klar, dass niemand weniger liebenswert ist, wenn er ein schlechtes Zeugnis mit nach Hause bringt. Mir wurde immer das Vertrauen vermittelt, dass es am Ende schon gut geht, egal wie die Rückmeldungen aus der Schule sind. Tatsächlich habe ich jedes Jahr in der Mittelstufe um die Versetzung gebangt, im Studium hatte ich kein einziges Defizit und habe mit Freude gelernt.
Fünf Kinder in der Schule haben mein Urvertrauen in dieser Hinsicht ganz schön auf die Probe gestellt. Vieles lief sehr gut, gerade die ersten Kinder liefen so durch und ich hatte noch gar keine Ahnung, wie wenig selbstverständlich das ist. Letztes Jahr war ein Jahr mit extremer Spannbreite. Auf der einen Seite der ausgezeichnete Master, auf der anderen das Zeugnis, das für die Versetzung nicht gereicht hat. Alle anderen irgendwo dazwischen.
Und weißt du was? Immer wenn es gut läuft, freue ich mich über meine begabten, fleißigen Kinder. Wenn es mies läuft, kommen mir Zweifel. Sind wir zu viele? Haben wir uns übernommen? Arbeite ich zu viel? Fordere ich zu wenig Disziplin? Habe ich zu viel Druck aufgebaut? Bin ich ein schlechtes Vorbild, weil ich selbst oft eine Chaotin bin? Haben die Kinder etwa gemerkt, dass Vokabeln lernen unter leidenden Blick für mich ebenfalls eine Qual ist? Durften die zu viel am Handy daddeln?
Mit Sicherheit wird der eine oder andere Grund zutreffen. Und trotzdem habe ich meistens mein Bestens gegeben. Wie die allermeisten anderen Mütter oder Väter auch. Und ganz viel davon ist auch mal vergebene Liebesmüh. Jedes Kind ist anders, jedes Schuljahr ist anders, die Umstände ändern sich ebenfalls.
Ich als Mutter, wir als Eltern dürfen uns auch feiern, wenn die Zeugnisse schlecht waren. Wir haben das ausgehalten. Das ganze anstrengende Schuljahr. Haben weiter Vertrauen in unsere Kinder, bleiben geduldig und wenn wir genervt reagieren, entschuldigen wir uns. Schenken Zeit und Nerven. Wir haben das Eisessen am Ende des Schuljahres genauso verdient. Und unser Wert hängt kein bisschen von den Schulnoten unserer Kinder ab.
Dieses Jahr war in Sachen Zeugnisse ein sehr entspanntes Jahr, alles guter Durchschnitt. Dass auch noch ohne Stress in den Monaten davor. Eins der Kinder, das nach der 10. Klasse eine Ausbildung machen wollte, die jetzt kurz vor dem Ende steht, hat uns zum Jahresanfang damit überrascht, sich ganz alleine am Abendgymnasium angemeldet zu haben. Das erste Halbjahr ist jetzt erfolgreich geschafft. Die Motivation kam von innen. Definitiv ein Grund zu feiern.
Es ist ein riesengroßes Glück, dass viele die Bedürfnisse von Kindern immer ernster nehmen. Sind wir Vorbild, indem wir unsere Bedürfnisse und Grenzen auch wahrnehmen. Und unseren Wert niemals von unserer Leistung abhängig machen. Das soll jetzt kein Freibrief für Faulheit sein. Ganz im Gegenteil. In so vielen Fällen hängt das Ergebnis eben nicht von unserem Engagement ab.
Und unser Wert sowieso nicht. Lasst uns also großzügig und gnädig zu uns sein, wenn unser Einsatz nicht die gewünschten Ergebnisse bringt. Vielleicht haben wir einen Samen gesät, der erst Jahre später aufgeht. Vielleicht scheitern wir auch. So ist das Leben
Aber heute feiern wir erst einmal. Unsere Geduld und Beharrlichkeit, unser Vertrauen in unsere Kinder, und unsere Akzeptanz und Gelassenheit, wenn Dinge nicht nach Plan laufen.
Egal ob wir Kinder großziehen, Bücher schreiben, Firmen gründen, einen Garten anlegen, uns politisch engagieren, wir können alles geben und dennoch liegt das Ergebnis nicht komplett in unserer Hand. Sind wir also gnädig und großzügig zu uns selbst.
Alles Gute, deine Daniela alias Marie Adams
P.S. Ein Buch für den inneren Frieden und mehr Gelassenheit nicht nur für Mütter habe ich auch geschrieben: Näher zu mir, näher zu dir – Journal für mehr Freude, Frieden und Fülle.